Archiv für November 2012

Veranstaltungen im Dezember 2012

Im Dezember warten zwei sehr interessante Veranstaltungen auf euch. Unsere neue Vortragsreihe widmet sich der Krise aus dem Blickwinkel der Repression. Der erste Teil führt uns am 06.12. nach Großbritannien.

Am 14.12. schauen wir dann gemeinsam nach Syrien. Wir werden versuchen einen Aufstand für Würde und Menschenrechte unter einem brutalen Regime zu verstehen.

Veranstaltung Revolution in Syrien

14.12.2012 / 18:30 Uhr / Audimax HTW-Dresden / Raum S 239

Revolutionäre zwischen humanitärer Katastrophe und Bewaffnung
Ein syrischer Aktivist berichtet

Nach fast zwei Jahren Aufstand befindet sich Syrien in einer zunehmend unübersichtlichen Situation. Freie Syrische Armee (FSA), islamistische Brigaden, kurdische Parteien und die Exilopposition verfolgen zum Teil sehr unterschiedliche Interessen.
Die lokalen Basiskomitees führen jedoch weiterhin jeden Freitag hunderte von Demonstrationen durch – teilweise inmitten militärischer Auseinandersetzungen. Darüber hinaus koordinieren sie humanitäre Hilfe, führen die zivile Verwaltung fort, wo sich das Regime zurück gezogen hat und vermitteln bei Konflikten zwischen verschiedenen Ethnien und Religionen.

Warum an der HTW-Dresden?

Die HTW-Dresden hat mehrere Partner Universitäten in Syrien. Namentlich die AIU Arab International University und die Damascus University in Damascus, sowie die Al-Baath University in Homs. Letztere ernannte den damaligen Rektor der Dresdner Hochschule, Prof. Dr.-Ing. Hannes Neumann, zum Professor h.c. (ehrenhalber). Außerdem gibt es seit 2009 ein gemeinsames Umweltforschungszentrum „Homs-Saxonia“. Im selben Jahr fanden auch Workshops der Landwirtschafts- und Umweltexperten beider Lehr- und Forschungseinrichtungen statt. Eine weitere Zusammenarbeit, sowie der studentische Austausch und Praktika wurden in Aussicht gestellt. Durch diese Zusammenarbeit sehen wir die Hochschule in einer besonderen Pflicht sich zu positionieren. Eine öffentlich Veranstaltung, in der ein Teil des unbewaffneten Widerstands zu Wort kommt, kann ein erster und richtiger Schritt sein. Aber auch die Student_Innen haben Verantwortung gegenüber ihren Kommiliton_Innen in Syrien. Studierende beteiligen sich in Syrien intensiv an den Protesten für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. Sie protestieren gegen ein Regime, das brutal gegen jede Opposition vorgeht, auch an den Hochschulen. Milizen verprügeln StudentInnen in den Hörsälen, nehmen sie willkürlich fest, überlassen sie der Folter der Geheimdienste – und alles mit Duldung der Präsidenten der Universitäten.

Ablauf der Veranstaltung
Ablauf der Veranstaltung
Ein Aktivist der „Union der Freien Syrischen Studierenden“„ wird einen Überblick über die Akteure des syrischen Konfliktes geben, die Arbeit der Komitees vorstellen und vom Alltag des unbewaffneten Widerstandes berichten. Aktivist_Innen der Gruppe „adopt a revolution“ informieren über die aktuellen Entwicklungen und Hintergründe. Außerdem zeigen wir eine Audio-Slideshow des Krisenreporters Timo Voigt. Moderiert wird der Abend von „Ausser Kontrolle -Facetten europäischer Sicherheitsarchitektur“

Höchste Zeit für Solidarität!

Revolution in Syrien 14.12.2012

Ein Blick über den Tellerrand lohnt sich immer! Und genau deswegen haben wir uns entschieden eine Veranstaltungen zu den Aufständen in Syrien am 14.12.2012 im Audimax der HTW Dresden (Raum S 239) zu organisieren.

Organisiert und unterstützt von:
Ausser Kontrolle -Facetten europäischer Sicherheitpolitik (Dresden), adopt a revolution (Leipzig), NAMF -Netzwerk Asyl Migration Flucht (Dresden), Gruppe Cartonage (Dresden)

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Veranstaltungsreihe Krise und Repression

06.12.2012 / 18:00 Uhr / Az Conni

Teil 1: Großbritannien

„Total Policing“, Abteilungen gegen „Extremismus“, Spitzeleinsätze und
digitale Überwachung von Kommunikation

Überwachung und Kontrolle von Protest und Widerstand gehören seit jeher zu den Kernaufgaben der Polizei. Bewegungen werden mit Spitzeln ausgeforscht und mit Gewalt unterdrückt. Doch die physische und psychische Kontrolle wird modernisiert: Informationssysteme können gewaltige Datenmengen und Soziale Netzwerke analysieren. Aus digitalen Kommunikationsmitteln werden Bewegungsprofile erstellt. Neue Strategien zur Steuerung von Menschenmassen werden durch gezielte Verhaftungen im Vorfeld ergänzt.

Die Polizeibehörden in Großbritannien stehen unter Druck. Der beim G20-Gipfel zu Tode geschubste Zeitungsverkäufer Ian Tomlinson, die Kritik an der Reaktion auf die Krawalle im August letzten Jahres und die Proteste von Studierenden sowie unangenehme Enthüllungen über verdeckte Ermittler zwangen die Polizei, ihr Vorgehen neu zu organisieren.

Die Antwort der Londoner Kriminalpolizei heißt „Total Policing“. Neue, digitale Überwachungstechnologien spielen dabei eine herausragende Rolle. Antiterroreinheiten werden ausgebaut und gegen sogenannten
„domestic extremism“ („Inlandsextremismus“) in Stellung gebracht. Bereits im letzten Jahrtausend wurden hierfür eigene Polizeiabteilungen zur Bekämpfung von „Extremismus“ aufgebaut, die auch den Einsatz von
Spitzeln wie Mark Kennedy koordinierten.

In Großbritannien gibt es wachsenden Widerstand dagegen. Aktivist_innen konfrontieren die totale polizeiliche Kontrolle mit Direkten Aktionen oder dem juristischem Weg. Allerdings fehlt es oft am Verständnis der
neuen, immer besser entwickelten polizeilichen Strategien. In der Veranstaltung wollen wir deshalb ihre möglichen Auswirkungen auf politischen Protest analysieren.

Filme, Vortrag und Diskussion mit Val Swain, Antirepressions-Aktivistin (Network for Police Monitoring, FITWATCH, Cardiff Anarchist Network) aus Wales

Neue Reihe: Krise und Repression 2012 / 2013

Ausser Kontrolle – Facetten europäischer Sichheitspolitik beteiligt sich an einer Veranstaltungsreihe zur Krise und der damit einhergehenden Repression. Gelant sind mehrere Vorträge in den Städten Hamburg, Berlin und Dresden. Den Schwerpunkt setzten wir dabei auf die Länder Europas, welche am stärksten durch die autoritäre Krisenpolitik betroffen sind bzw. in denen das Protestpotential höher als in der BRD ist.
In Dresden starten wir am 06.12.2012 um 18:00 Uhr im Az Conni mit der Sicherheitspolitik Großbritanniens. Wie sehen landesspezifische Unterschiede in der Anwendung der sog. Extremismustheorie aus? Wie gehen die repressiven Behörden vor Ort vor? Weiter soll es dann im nächsten Jahr gehen. Angedacht sind Veranstaltungen zu Spanien, Italien und Griechenland.

Organisiert und unterstütz wird die Reihe von:
Ausser Kontrolle -Facetten europäischer Sicherheitspolitik (Dresden), Rote Hilfe Dresden, OAT -Offenes Antifa Themencafe (Dresden), Rote Hilfe Berlin, Anarchist Black Cross (Berlin), Out of controll (Berlin)

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