Vortrag und Diskussion

Rojavas Projekt der demokratischen Autonomie. Versuch einer Bestandsaufnahme.

18.12.2014 / 20 Uhr / Martin-Luther-Straße 13 / Dresden Neustadt
Organisiert von der Gruppe Ausser Kontrolle, Tatort Kurdistan mit Unterstützung durch das Kollektiv Kosmotique

Flyer_A4_Farbe_web

(klick zum vergrößern)

Rojava als Projekt der Emanzipation des Nahen und Mittleren Ostens, des Widerstandes gegen den Islamischen Staat („IS“) und als Antwort auf die Hetze der PEGIDA-Rassist*innen.

Seit Wochen wird in Dresden gegen eine vermeintliche Islamisierung des Abendlandes demonstriert. Die Teilnehmer*innen äußern sich rassistisch und islamfeindlich (islamophob). Zusätzlich prangt auf dem Frontbanner der selbsternannten Bürger*innenbewegung ein großer Mülleimer in dem die Symbole der Antifaschistischen Bewegung, der PKK, des „IS“ und der Nationalsozialisten „entsorgt“ werden [1]. Offen werden die PKK und die Antifaschistische Bewegung als „radikaler Müll“ [2] diffamiert und mit der menschenverachtenden Ideologie des „IS“ und dem Nationalsozialismus gleichgesetzt. Solche Vergleiche entbehren jeglicher Grundlage und sind historisch als äußerst kritisch zu betrachten. Die Dresdner „PEGIDA“ setzt die Verteidigung durch die demokratischen Kräfte in Kurdistan und den Angriff des „IS“ gleich und stellt den Nahen Osten als einen einheitlichen, „barbarischen“1 Raum dar. Mit ihren Vergleichen stellen sie sich auf eine Stufe mit dem türkischen Premier Recep Tayyip Erdogan [3] und unterstützt indirekt den „IS“. Mehr…

  1. Das Wort „Barbar“ ( βάρβαρος, bárbaros, Plural βάρβαροι, bárbaroi) war im antiken Griechenland die Bezeichnung für alle jene die nur schlecht oder kein griechisch sprachen. Wörtlich bedeutet es „stottern“ oder „stammeln“. Das indische Sanskrit-Wort barbarāh bedeutet „Stammler“ oder „Laller“. In beiden Fällen wurden Völker die nicht zur Gemeinschaft gehörten als Barbaren, also „Stotterer“ oder „Laller“ bzw. als „stammelnd“ bezeichnet. Im modernen Sprachgebrauch wird es immer noch abfällig oder beleidigend gegenüber vermeintlich unzivilisierten bzw. ungebildeten Gemeinschaften benutzt. Der ausgrenzende und rassistische Gebrauch liegt nahe. [zurück]