Archiv für Juni 2015

KUNDGEBUNG

PRAGER STRASSE /// CENTRUM GALERIE
1. JULI 2015 /// 17 UHR

Wenn wir genügend Leute sind, dann gehen wir noch gemeinsam zur Gedenkkundgebung zur Marwa El-Sherbini. Sie wurde am 01.Juli 2009 von einem Rassisten im Landgericht Dresden ermordet.

RAUS AUF DIE STRASSE GEGEN DEN „IS“ UND RASSISMUS!
SOLIDARITÄT MIT KOBANÊ! SOLIDARITÄT MIT DEN GEFLÜCHTETEN!

Vergangenen Donnerstag drangen Milizen des „Islam-ischen Staates“ (IS) erneut und überraschend in Kobanê ein. Getarnt als Volksverteidigungseinheiten (YPG) und befreundete Milizen verschafften sie sich Zutritt zur Stadt.Im Morgengrauen begann der Angriff. Später wurden durch den „IS“ Autobomben gezündet. Kurdische Medien berichteten, dass die „IS-Einheiten“ auch über die türkische Grenze in die Stadt gelangten. Für die Kurd_innen gibt es immer noch keinen sicheren Fluchtkorridor.

Vor 9 Monaten wurde das kurdische Kobanê in Nordsyrien zum ersten Mal vom „IS“ angegriffen. Die entschlossene Selbstverteidigung der Bewohner_innen des autonomen Kantons in der Region Rojava wehrte den Angriff ab. Damals gab es unzählige Solidaritätsbekundungen in Europa und der ganzen Welt. Kobanê ist nicht nur zum Symbol für den Widerstand gegen den IS geworden, sondern auch zu einer realen Alternative zu den aktuellen, postkolonialen Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Mitten im Krieg steht Rojava für das friedliche Zusammenleben verschiedener ethnischer Gruppen und Religionen. Die syrisch-kurdischen Kantone in Syrien nahmen trotz der Zerstörungen durch den „IS“ tausende Geflüchtete aus dem syrischen Bürgerkrieg und aus dem Irak auf und verteidigten sie gegen den angreifenden „IS“.

Vor 9 Monaten versammelten sich 500 Menschen in Dresden, um das Projekt des demokratischen Konföderalismus in Rojava zu unterstützen. Die Demonstrant_innen forderten damals Solidarität mit den Kämpfenden in Kobanê, einen würdigen Fluchtkorridor in die Türkei und riefen zum Sammeln von Spenden für die Versorgung der Menschen in Rojava auf.

Vor 9 Monaten formierte sich in Dresden aber auch eine rassistische Reaktion auf die Aufrufe zur Solidarität mit den Menschen in Syrien und allen Opfern des „IS“. Diese Reaktion heißt PEGIDA. Was als kleine Demonstration von v.a. Hooligans und Neonazis begann, sollte bald zur größten fremdenfeindlichen und rassistischen Bewegung seit den frühen 90er Jahren werden. Das Sachsen eine lange Tradition rassistischer und rechtsmotivierter Übergriffe und Gewalt pflegt, verdeutlichen die beiden Morde an Jorge-Gomondai (1991) und Marwa El-Sherbini (2009). Marwas Todestag jährt sich am 01. Juli zum sechsten Mal. Während die offizielle Politik staatsmännisch darüber debattierte, wie man die vermeintliche Repräsentationslücke am rechten Rand schließen und auf die „aufrichtig besorgten Bürger“ zugehen könne, formiert sich, u.a. im sächsischen Freital der Mob, um unter dem Motto: „Kein Ort zum Flüchten“ gegen ein Flüchtlingswohnheim vorzugehen. Andernorts wurden Unterkünfte für Geflüchtete mit Sprengstoff und Brandsätzen attackiert. Jüngst gab es einen Brandanschlag auf eine zukünftige Asylunterkunft in Meißen.

Seit 9 Monaten diskutieren Politik und Medien, wer Schuld sei an der konfusen Situation in der EU und dem unablässigen Sterben an den Grenzen Europas. Die Menschen, die sich auf den Weg nach Europa machen, werden zu Objekten degradiert, zu Kriminellen gemacht oder als „illegale Eindringlinge“ beleidigt. An vielen Punkten nehmen sich der offene Rechtspopulismus PEGIDAs und der neoliberale Kurs der Volksparteien nichts. Beide fordern eine Selektion der Geflüchteten und Migrant_innen in „gute“ und „schlechte“, „echte“ und „falsche“ Asylsuchende. Dabei werden als Fluchtursache gerade noch Bürgerkriege akzeptiert. Die Verheerungen des Kolonialismus und der fortgeführten Ausbeutung der kapitalistischen Randzonen für den Wohlstand Europas spielen in den Diskussionen kaum eine Rolle. Stattdessen werden neue Förderprogramme für die Rüstungsindustrie verabschiedet und aus geopolitischen Erwägungen autoritäre Demokratien, wie die türkische Regierung, geradezu hofiert. Wir sagen, dass die europäische Geopolitik und kapitalistische Ausbeutung legitime Fluchtgründe sind!

Seit 9 Monaten demonstrieren Menschen in Deutschland und der ganzen Welt Solidarität mit Geflüchteten. Hunderttausende gingen gegen Rassismus auf die Straße,viele organisieren sich ganz praktisch und wollen Geflüchteten helfen. Sie organisieren Willkommensnetzwerke. Gemeinden und Nachbarschaften organisieren sich gegen die Abschiebung ihrer Nachbar_innen und Freund_innen. Doch ihre Stimmen werden nicht gehört. Gesellschaftspolitisch verläuft ihre Solidarität im Sande. Über ihre Köpfe hinweg werden Asylgesetze verschärft, die Situation der Geflüchteten in Deutschland immer dramatischer und eine humane Lösung der Mittelmeerkrise verweigert. Die antirassistischen Proteste konnten keine Wirkung entfalten, da sie zu lange keine politische Alternative
formulierten und defensiv agierten.

Am 1.Juli gehen wir auf die Straße um klar Position zu beziehen:

Solidarität bedeutet konsequent die tödliche Asylgesetzgebung der EU und Deutschlands zu kritisieren und gegen rassistische Hetze einzutreten.

Solidarität heißt, diese Kritik praktisch umzusetzen.

Solidarität heißt, der Unterscheidung zwischen „Wirtschafts- und Kriegsgsflüchtlingen“ eine klare Absage zu erteilen und damit aufzuhören, Menschen in ökonomisch nützlich und unnütz zu unterteilen.

Solidarität heißt, den Geflüchteten zu helfen, sich selbst verteidigen zu können!

Solidarität heißt, den Betroffenen rassistischer Gewalt hier in Deutschland beizustehen und sich mit ihnen gemeinsam gegen Ausgrenzung zu organisieren!

Solidarität heißt, für eine gerechte und solidarische Gesellschaft ohne Ausbeutung und Ausgrenzung zu kämpfen!

! Bildet eins, zwei, viele solidarische Netzwerke !
! Bildet eins, zwei, viele Rojavas !

►SOLIDARITÄT MIT KOBANÊ!
►SOLIDARITÄT MIT GEFLÜCHTETEN!

►DEN IS STOPPEN!
►RASSISTISCHER HETZE ENTGEGEN TRETEN!

►DER KAPITALISTISCHEN MODERNE DEN KAMPF ANSAGEN!
►DEN DEMOKRATISCHEN KONFÖDERALISMUS VERTEIDIGEN!

INFO:

Was ist Demokratischer Konföderalismus?

Lokale demokratische Strukturen schließen sich zu einer demokratischen Konföderation zusammen. Sie stellt eine politische Alternative zum Nationalstaat dar. Der Demokratische Konföderalismus ist der praktische und theoretische Versuch, eine demokratische, ökologische und feministische Gesellschaft von der Basis aus aufzubauen. Dadurch sollen möglichst viele Menschen diskriminierungsfrei an Entscheidungen beteiligt werden.

KUNDGEBUNG

PRAGER STRASSE /// CENTRUM GALERIE
1. JULI 2015 /// 17 UHR

Wenn wir genügend Leute sind, dann gehen wir noch gemeinsam zur Gedenkkundgebung zur Marwa El-Sherbini. Sie wurde am 01.Juli 2009 von einem Rassisten im Landgericht Dresden ermordet.

RAUS AUF DIE STRASSE GEGEN DEN „IS“ UND RASSISMUS!
SOLIDARITÄT MIT KOBANÊ! SOLIDARITÄT MIT DEN GEFLÜCHTETEN!

 alt=Vergangenen Donnerstag drangen Milizen des „Islam-ischen Staates“ (IS) erneut und überraschend in Kobanê ein. Getarnt als Volksverteidigungseinheiten (YPG) und befreundete Milizen verschafften sie sich Zutritt zur Stadt. Im Morgengrauen begann der Angriff. Später wurden durch den „IS“ Autobomben gezündet. Kurdische Medien berichteten, dass die „IS-Einheiten“ auch über die türkische Grenze in die Stadt gelangten. Für die Kurd_innen gibt es immer noch keinen sicheren Fluchtkorridor.


MEHR…

Update „Unfinished Revolution“

Aufgrund zweier Videos die antisemitische Symboliken verwenden, haben wir die Arabian Knightz ausgeladen. Wir haben das Gespräch mit Arabian Knightz gesucht und sie gehen sehr selbstkritisch mit sich und den Videos/Songs um. Wir hoffen, dass ein weiterer Austausch und unsere Erklärung warum wir die Songs antisemitsich finden, positive Auswirkungen haben wird. Trotzdem können und wollen wir zur Zeit den Arabian Knightz kein Podium und keine Bühne geben. Ein ausführliche Stellungnahme von uns folgt bald.

25. Juni / @KUKULIDA / Martin-Luther-Straße 1

Vortrag 18 Uhr:

Der Vortrag zur aktuellen Situation in Ägypten und zur Geschichte der
Thairplatz-Bewegung findet statt. Auf dem Podium werden Sarah von
der NGO „No to military trials for civilians“, Ramy Essam, MC Amin und
Francesca Araiza Andrade sitzen und euch berichten. Danach wird es
genügend Zeit für Fragen und Diskussionen geben.


Konzert und Aftershow ab ca. 20 Uhr:

Ramy Essam feat. MC Amin
DJ_ANE Tante_Onkel_Quonni

Unfinished Revolution

KünstlerInnen und AktivistInnen über die aktuelle Situation in Ägypten
Konzert und Veranstaltung mit Ramy Essam, Arabian Knightz & AktivistInnen der Kampagne „No to Military Trials for Civilians“

@ KUKULIDA (Martin-Luther-Str.1)

25. Juni / 18 Uhr Vortrag / 20 Uhr Konzert
After-Show-DJ „Tante_Onkel_Quonni“ (RAP / HIP-HOP / BEATZ)

Eintritt kostenlos

 alt=Ramy Essam, Ahmad Amin (MC Amin) und Karim Rush (Arabian Knightz) sowie eine Aktivistin der Initiative „No to Military Trials for Civilians“ geben uns einen Einblick in die turbulenten Jahre von 2011 bis 2013 und berichten über die aktuelle Situation in Ägypten. Sie klären uns über die Umstände auf, die dazu führten, dass der Befehlshaber der Streitkräfte des gestürtzten Ex-Präsidenten Mubarak, General Abd al-Fattah al Sisi 2014 zum neuen Präsidenten ernannt wurde und erläutern was von dem politischen Umbruch von 2011 übrig geblieben ist. Die ReferentenInnen erzählen von dem Alltag und der Perspektive innerhalb des repressiven Vacuums, das sie als oppostionelle Künstler und Aktivisten heute dort erleben und berichten von einer alternativen Jugendkultur gegen den sozialen und politischen Stillstand. Die Veranstaltung beleuchtet die Rolle des Kampfes gegen den IS in der aktuellen Politik Ägyptens und stellt darüber hinaus oppositionelle Bewegungen und deren Arbeit vor.

Mehr…

Außerdem:
Eine interessante Veranstaltung im Riesa Efau Dresden am 15. Juni 2015, 20:00 – 22:00 Uhr:
VIDEOABEND Art War, Marco Wilms, Film, Gespräch
@ Motorenhalle – Wachsbleichstraße 4a, 01067 Dresden

Unfinished Revolution

@ KUKULIDA (Martin-Luther-Str.1)
18 Uhr Vortrag // 20 Uhr Konzert
After-Show-DJ „Tante_Onkel_Quonni“ (RAP / HIP-HOP / BEATZ)

Eintritt kostenlos

KünstlerInnen und AktivistInnen über die aktuelle Situation in Ägypten.
Konzert und Veranstaltung mit Ramy Essam, Arabian Knightz & AktivistInnen der Kampagne „No to Military Trials for Civilians“

 alt=Ramy Essam, Ahmad Amin (MC Amin) und Karim Rush (Arabian Knightz) sowie eine Aktivistin der Initiative „No to Military Trials for Civilians“ geben uns einen Einblick in die turbulenten Jahre von 2011 bis 2013 und berichten über die aktuelle Situation in Ägypten. Sie klären uns über die Umstände auf, die dazu führten, dass der Befehlshaber der Streitkräfte des gestürtzten Ex-Presidenten Mubarak, General Abd al-Fattah al Sisi 2014 zum neuen Präsidenten ernannt wurde und erläutern was von dem politischen Umbruch von 2011 übrig geblieben ist. Die ReferentenInnen erzählen von dem Alltag und der Perspektive innerhalb des repressiven Vacuums, das sie als oppostionelle Künstler und Aktivisten heute dort erleben und berichten von einer alternativen Jugendkultur gegen den sozialen und politischen Stillstand. Die Veranstaltung beleuchtet die Rolle des Kampfes gegen den IS in der aktuellen Politik Ägyptens und stellt darüber hinaus oppositionelle Bewegungen und deren Arbeit vor.

Ramy Essam

 alt=wurde durch seine beindruckenden Aufritte auf dem Tahrir Platz in Kairo während der Revolution im Januar 2011 bekannt. Sein Song „Irhal!“ (Verschwinde!) ermutigte die Massen auf den Strassen gegen die 30 Jahre andauernde Diktatur Mubaraks zu protestieren: „ Wir sind alle vereint, das ist unsere Forderung: Verschwinde, Verschwinde, Verschwinde!“ „Irhal!“ wurde international durch YouTube bekannt und wurde in Ägypten als Hymne der Revolution bezeichnet. 2011 wurde es von time Out als dritt platzierter Songs der Charts for World Change ausgewählt. Bald nachdem Ramy Essam zur Ikone der Revolution wurde, nahm ihn das Militär auf offener Strasse gefangen und folterte ihn. Seit seiner Freilassung wurde er kontinuierlich von den ägyptischen Sicherheitskräften belästigt und von der Regierung bedroht. Trotzdem schrieb er weiter Songs und wurde zu Ägyptens erstem Protestsänger und bekanntesten Underground Musiker. Seine Musik vereinigt Elemente aus Genres wie Singer-Songwriting, Rock, Rap und ergänzt sie mit arabischen Einflüssen. Seine Texte sind direkt, provozierend und unbequem und überschreiten häufig die Grenzen des gesellschaftlich Akzeptierten. Für seine Rolle während der Aufstände in Ägypten wurde er mit dem Freemuse Award (Freedom of Musical Expression) ausgezeichnet und trat in Filmen wie dem Oskar nominierten Dokumentarfilm The Square oder dem deutsche Dokfilm Artwar auf. Wegen seiner politischen Ansichten bekam Ramy Auftrittsverbot in Ägypten, durfte in keinen staatlich oder privat kontrollierten Medien mehr zu Wort kommen und wurde daran gehindert das Land zu verlassen. Im Oktober 2014 wurde er als erste Musiker für das „Safe Cities- visiting artists in residence“ Programm ausgewählt und lebt seit dem für zwei Jahre in Malmö, um von dort aus zu studieren, aufzunehmen und weltweit als Musiker und Aktivist im Auftrag der ägyptischen säkularen Revolutions- und Menschenrechtsbewegung zu touren und Vorträge zu halten.

Videolinks:
http://www.youtube.com/watch?v=bjj61p3IO3Y
http://www.youtube.com/watch?v=qBgLE7w5JVE
http://www.youtube.com/watch?v=-rEKmTBKiBM

More Infos:
https://www.facebook.com/RamyEssamOfficial

Music:
https://soundcloud.com/ramy-essam

Arabian Knightz

 alt=erlangten Berühmtheit, als sie ihre Single: „Rebel!“ featuring Lauren Hill an dem Tag, nachdem das Internet in Ägypten wieder zugänglich gemacht wurde, veröffentlichten. Die Message des englisch-arabischen Tracks warmehr als deutlich:

“Eyes wide as I see the violence / while you slumber, poverty
and hunger break the silence / while the screams of a mother
left childless / echo like sirens as the media denies it / masses
just buy it ‘cause they keep us all frightened / Rebel!”

DUBCNN bezeichnetet die Arabian Knightz in einem Artikel als die ägyptischen Publik Enemy oder NWA. In ihrer Musik erweitert die Gruppe westlich geprägten Hip Hop um ihre arabischen Einflüssen und Interpretationen. Sie mischen englische und arabische Raps mit traditionellen Erzählmethoden und behandeln in ihren Texten Themen aus Geschichte, Politik, Religion und sozialer Anklage. 2012 konnten AK schliesslich, nach 4 Jahren Verspätung wegen Zensur und zahlreicher Versuche des Mubarak Regimes das Album wegen ihrer „gefährlich angriffslustigen“ Texte und sozialpolitischen Anklage zu verbieten, ihr Debütalbum „Uknighted State of Arabia,“ veröffentlichen. Trotz der angespannten Situation verharren die Arabian Knightz in Ägypten (Kairo) und versuchen, Hip Hop als Protestform voranzutreiben in dem sie Workshops und Initiativen starten um gegen Zensur in Kunst und Musik vorzugehen und junge Ägypter in dem Genre unterrichten und fördern.

Videolinks:
https://www.youtube.com/watch?v=schIdC3LdLk
https://www.youtube.com/watch?v=1mya9b-h85mU&feature=youtu.be

More Infos:
https://www.facebook.com/ARABIANKNIGHTZ.AK
http://www.arableaguerap.com

Music:
https://soundcloud.com/arabianknightz
https://soundcloud.com/mcaminmusic

„No To Military Trials for Civilians“

 alt=- kurz: No Mil. Initiative ist eine der wenigen marginalen grassroot Strukturen in Ägypten. Die Gruppe bringt Vertreter verschiedenster sozialer Spektren zusammen. Gemeinsam versuchen Aktivisten, Anwälte, Medienvertreter, Familien, Nachbarschaften und politische Gruppen die Militärverfahren für die ca. 50.000 gefangenen Demonstranten der Revolution zu beenden. Die No Mil. Initiative konnte durch ihre Aktionen bereits langjährige Gefängnisstrafen umkippen und entwarfen einen Gesetzesentwurf gegen die Militärverfahren, der dem Parlament der abgelösten Regierung übergeben wurde. Darüber hinaus setzten sie sich gegen Polizeifolter und andere Misshandlungen, denen Aktivisten in Ägypten noch immer ausgesetzt sind, ein und stellen Rechtsbeistand für die Opfer der Militärgerichte und deren Angehörige.

More Infos:
http://en.nomiltrials.com

Unfinished Revolution ist eine Kampagnen-Projekt, dass sich zum Ziel gemacht hat Netzwerke zwischen Künstler_innen, Musiker_innen, Aktivist_innen und interessierten Menschen aus dem ägyptischen und deutschen Raum aufzubauen. 4 Jahre nach der ägyptischen Revolution erreicht uns nur noch marginal Information über die dortige Innenpolitik, Widerstandsbewegung und Protestkultur.

Der aktuelle Crackdown auf zivilgesellschaftliches Empowerment seitens der neuen Militärregierung bedeutetet schwierige Zeiten für Aktivist_innen, Initiativen und oppositionelle Menschen. Doch obwohl die Revolution nicht zu einem Systemwechsel beigetragen hat, hat sie Denken und Erwartungshaltungen einer ganzen Generation verändert. Besonders in Subkultur und Underground ist ein Raum entstanden, in dem die Credi der Revolution weiter formuliert und ausgesprochen werden.

Wir laden Protagonist_innen aus diesen Bereichen ein, sich einem neuen Publikum in Deutschland vorzustellen, Einsicht in die aktuelle Situation zu geben und sich mit deutschen Akteuren zu vernetzen.

Mit der Kombination von Vortrag und Performance möchten wir sowohl ein Update über die Entwicklungen, ihre Hintergründe und Dynamiken in diesem Teil des Mittleren Ostens bieten, als auch Interesse seitens des deutschen Publikums an einem Teil der dortigen Sub- und Protestkultur wecken. In Diskussionen, die auch abseits von herkömmlichen Rahmen politischer Bildung entstehen sollen, möchten wir Erfahrungen austauschen, gemeinsam Schlussfolgerungen ziehen und Vorurteile abbauen. Wir denken, dass der gemeinsame Austausch wichtig ist, um die daraus gewonnenen Erkenntnisse in die eigenen Diskurse einfließen zu lassen.

Unfinished Revolution bricht mit Grenzen – seien sie national, geschichts-, kultur-, religions- oder sozialisierungsbedingt. Wir wünschen uns mehr Austausch anstatt Berichterstattung, Verbindungen anstatt ferngesteuerte Schlussfolgerungen und Solidarität anstatt Sympathie.

Dieses Projekt ist ein Schritt in diese Richtung. Der Blog wird Künstler_innen, Musiker_innen, Kampagnen, Projekte und Initiativen vorstellen, Kontakte herstellen und regelmäßige Updates über die Ereignisse vor Ort bieten.