Archiv für September 2015

Podiumsdiskussion in Berlin

Samstag 26.09.2015 /// 20 Uhr /// BAIZ, Schönhauser Allee 26a (U Senefelderplatz)

Was nun? Griechenland und der Antiautoritäre Raum.
- Podiumsdiskussion zur aktuellen Lage in Griechenland und emanzipatorischen Perspektiven -

Vor gut zwei Monaten entschied sich die Mehrheit der griechischen Bevölkerung für ein klare Absage an ein drittes Memorandum. Dieses „Oxi!“, das entschiedene „Nein!“, war mehr als nur eine Absage an die deutsch-europäischen Spardiktate. Für viele war es auch ein „Nein!“ zu den täglichen Erniedrigungen, die der Kapitalismus für die Menschen und das Leben bereit hält.

Für einen Moment schien es, als würde sich die Hoffnung, die in SYRIZA und in den Parlamentarismus gesetzt wurde, erfüllen. Auch viele Linke und Linksradikale in Deutschland teilten diese Hoffnung. Nur wenige Tage nach dem „Oxi“ wurden all die Sehnsüchte und Projektionen mit einer knallharten Realität konfrontiert. SYRIZA verstand das „Oxi!“ nun nicht mehr. Das „Oxi!“ das der Partei den Wahlsieg gebracht hatte, war ihr nun fremd geworden. Es hat den Anschein, als sei die Grammatik der griechischen Bevölkerung schlicht eine andere, als die der Regierung. Die Menschen in Griechenland scheinen nicht verstanden zu haben, dass die Entscheidung nicht zwischen „Nein!“ und „Ja!“ lag, sondern zwischen „Ja!“ und „Ja!“. Eine zynische Praxis die sich in einem drittem Memorandum nieder schlägt. Parteichef Tsipras besiegelte damit endgültig das Ende seiner Antisparpolitik, mit der er noch im Januar in sein Amt gewählt worden war.

Nun stehen am 20. September Neuwahlen an. Wie werden sie ausgehen? Wie gehen die Griech*innen mit ihren enttäuschten Hoffnungen um? Wie verhält sich der „antiautoritäre Raum“1 in der aktuellen Sitiuation? Schienen die griechischen Anarchist*innen und Antiautoritären nicht immer wirkmächtiger als die deutsche Linksradikale? Oder ist etwas verlorengegangen nach nun mehr als sieben Jahren unentwegtem Kampf gegen Staat, Kapital und Sparpolitik?

Um einer Antwort näher zu kommen, wenden wir den Blick von der oft sehr technokratisch wirkenden Blickweise, „Griechenland und die Eurozone“ etwas ab. Wir wollen wissen, was vor Ort passiert. Wie ist der Stand der Selbstorganisation? Was ist aus der Bewegung der Plätze geworden? Was sind aktuelle Kämpfe und welche emanzipatorischen Ansätze gibt es? Wie steht es um die Goldene Morgenröte und das Thema Flucht, Migration und Rassismus? Welche Rolle spielte SYRIZA in alldem? Wie kann eine geneinsame Diskussion und Praxis entwickelt werden? War das „Beyond Europe Camp“2 im August ein Anfang dafür?

Wir wollen Genoss*innen aus verschiedenen Spektren, mit unterschiedlichen Erfahrungen zu Wort kommen lassen und ihre Ansichten und Analysen diskutieren. Zentraler Punkt der Veranstaltung wird die Frage nach einer möglichen internationalistischen Praxis sein. Wie können wir aktiv die Grenzen untergraben, Nationalismus und Rassismus überwinden und das gute Leben für alle ermöglichen? Keine einfache Frage, aber mit Sicherheit eine, der wir uns stellen müssen!

  1. Antiautoritärer Raum, kann in etwa mit dem linksradikalen bzw. autonomen Spektrum in Deutschland verglichen werden, wobei keine Parteien oder parteiähnliche Organisationen dazu gezählt werden.
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  2. https://camp.beyondeurope.net/
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Podiumsdiskussion in Berlin

 alt=Zusammen mit den North East Antifacists (NEA) haben wir ein Podium zur aktuellen Lage in Griechenland und emanzipatorischen Perspektiven organisiert. Am 26. September werden wir also in Berlin sein, um mit euch zu diskutieren. Mit dabei sind Antifa Selanik, Dresden Poskolonial und Afrique-Europe-Interact. Los geht es 20 Uhr im BAIZ.


MEHR…

Connecting European Struggles – Conference

Racism and Antifeminism as a Reaction to Crisis – The Example of the PEGIDA1-Movement in Germany

Since one year PEGIDA is marching in Dresden, Germany. In the slipstream of this rightwing and racist non-parliamentary movement we can recognise an increasing number of everyday racist harassment, attacks and arsons against refugee shelters. This openly shown and broadly accepted racism is accompanied by anti-feminism. Transported in a gesture against the political correctness and “liberal-left restrictions on free thought” PEGIDA presents itself in a posture of resistance against the political elites.

The official authorities downplayed this topic and labeled this phenomenon as a struggle of worried citizens who have to be understood and that the asylum law must also consequently be restricted. The situation of the directly affected people, e.g. feminists, refugees and all people considered “non-white” and “foreign” does not matter at all in this perspective.

I) At the lecture we present the structure and key stones of this movement and its ideology.

II) The perspective of people negatively effected by PEGIDA.

III) We will do a historical comparison to the 90′s when the racist pogroms of Hoyerswerda and Rostock Lichtenhagen led to an end to the general right of asylum – the so called asylum compromise.

IV) As we see PEGIDA as a clear conservative and aggressive reaction from the petite burgeoisie to the multiple crises the world is faced with we try to analyse this movement from an anticapitalist perspective.

V) Discussion about strategies against such movements on the basis of auto-criticism of the left and left-radical movements.

  1. PEGIDA = Patriotische Europäer Gegen die Islamiserung des Abendlandes, Patriotical Europeans Against the Islamisation of the Occident. [zurück]

Connecting European Struggles – Conference

18.-20.09.2015

 alt= Together with e*vibes we will go to Malmö (Sweden) to take part in the CES Conference.

Here you‘ll find more informations about our talk.